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Von A bis Z

Das Energielexikon


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A

Additive
Additive sind Zusatzmittel oder Wirkstoffe, die in Kraft-, Brenn- und Schmierstoffen erwünschte Eigenschaften verstärken, unerwünschte Eigenschaften unterdrücken oder neue Wirkungen ausüben. So können bei Kraftstoffen das Motoreinlasssystem saubergehalten und Ablagerungen im Motor verhindert oder in Schmierölen die Alterungsbeständigkeit verlängert werden. Senkung der Schadstoffemissionen im Abgas und Verhinderung der Korrosion von Metallteilen im Kraftstoffsystem sind weitere Wirkungen von Additiven.

B

Barrel
Traditionelles Maß aus der Frühzeit der Ölindustrie, als Öl – auch Rohöl – ausschließlich in Fässern transportiert wurde. Das Barrel ist ein Hohlmaß und entspricht 42 USGallonen oder rund 159 Litern. Es hat auch heute nicht nur im anglo-amerikanischen Sprachraum, sondern für das gesamte internationale Ölgeschäft eine große Bedeutung. So werden Förderstatistiken in Barrel-Einheiten veröffentlicht, und die Preisfestlegung für fast alle gängigen Rohölsorten erfolgt in Dollar je Barrel.

C

CIF
Cost, Insurance, Freight (Kosten, Versicherung, Fracht)

Klausel im internationalen Ölhandel, die besagt, dass der Verkäufer die Kosten und die Fracht für die Beförderung der Ware zum vereinbarten Bestimmungsort und die Seetransportversicherung gegen die Gefahr des Untergangs oder von Schäden an der Ware während des Transports tragen muss.

D

DIN - Normen für Mineralöl
Zur Sicherung, Gewährleistung und Überprüfung der Qualität von Mineralölprodukten aufgestellte Anforderungen und zur Untersuchung vorgeschriebene Analysemethoden (Ottokraftstoff, Dieselkraftstoff, Heizöl). Die Normen werden im Fachausschuss für Mineralöl- und Brennstoffnormung (FAM) im Deutschen Institut für Normung (DIN) von Herstellern, Verwendern und Behörden erarbeitet und werden zur Qualitätssicherung bei Geschäftsbeziehungen und als Grundlage staatlicher Regelungen verwendet .

Die Anforderungsnormen für Kraftstoffe sind auf der Basis der europaeinheitlichen ENNormen als DIN EN 228 (Ottokraftstoff), DIN EN 589 (Autogas) und DIN EN 590 (Dieselkraftstoff) in Deutschland eingeführt und durch die 10. Verordnung zum BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) verbindlich gemacht worden.

Außer Anforderungsnormen für Mineralölprodukte gibt der FAM auch die Prüfnormen heraus, nach denen die in den Anforderungsnormen festgelegten Eigenschaften untersucht werden. Zu jedem genormten Qualitätsmerkmal gehört wenigstens eine – vielfach international abgestimmte – Prüfnorm.

E

Energiebilanz
Eine moderne Volkswirtschaft erfordert ein umfassendes Zahlenwerk aller relevanten Daten zum Energieverbrauch. National und international wird diese Statistik als Energiebilanz bezeichnet, obwohl „Energietableau“ oder „Energiematrix“ treffender wären. Sie weist Aufkommen und Verwendung von Energieträgern für einen bestimmten Zeitraum und einen definierten Wirtschaftsraum aus. Das von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ab 1995 für Deutschland verwendete Bilanzschema ist eine Matrix von 33 Spalten und 68 Zeilen. In der horizontalen Gliederung (Spalten) werden die Energieträger aufgelistet, die sich in fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas), erneuerbare Energien (Wind-, Wasser, Solarenergie u.a.) und Kernbrennstoffe unterteilen lassen (Primärenergieverbrauch).

In der vertikalen Gliederung (Zeilen) werden die Energieträger dreistufig nach Aufkommen, Umwandlung und Verwendung erfasst:

* Energieaufkommen (= Primärenergiebilanz). Hierzu gehören inländische Gewinnung, Außenhandel, Bestände sowie der Ölverbrauch der Seeschifffahrt.
* Energieumwandlung (= Umwandlungsbilanz). In dieser folgenden Stufe werden die Energieträger physikalisch/chemisch umgewandelt oder auch unverändert dem inländischen Energieangebot zugeleitet.

Davon verbleibt nach Abzug des „Nicht-energetischen Verbrauchs“ der gesamte
* Endenergieverbrauch. Hier wird detailliert nach Sektoren/Branchen und Energieträgern der Energieverbrauch erfasst, der unmittelbar der Erzeugung von Nutzenergie (Wärme, Licht, Kraft) zur Verfügung steht. Allerdings ist die energetische Ausbeute (Nutzenergie) nicht Bestandteil der Bilanz.

Energiesteuer
Mineralölprodukte unterliegen grundsätzlich der Energiesteuer.
Grundlage für die Energiesteuergröße bildet das Energiesteuergesetz, dass zum 01.08.2006 in Kraft getreten ist.

Steuersätze für ausgewählte Mineralölprodukte (Stand 01.08.2006):

* Benzin mit einem Schwefelgehalt von höchstens 10 mg/Kg: 654,50 EUR/1.000L
* Gasöle (z.Bsp. DK) mit einem Schwefelgehalt von höchstens 10 mg/Kg: 470,40 EUR/1.000L
* Gasöle (z.Bsp. Heizöl extra leicht): 61,35 EUR/1.000L

F

Flüssiggas
Als Flüssiggas (engl.: Liquefied Petroleum Gas, Abk.: LPG) werden die unter Druck verflüssigten Gase Propan und Butan und deren Gemische bezeichnet, die auch Anteile von den ungesättigten Verbindungen Propen und Buten enthalten können. Sie sind bereits im Rohöl enthalten und dienen als Verkaufsprodukt in erster Linie für Heiz- und Kochzwecke, können aber auch in entsprechend modifizierten Ottomotoren verwendet werden. Beim Einsatz als Kraftstoff (Autogas) unterliegen sie einer ermäßigten Mineralölsteuerbelastung.

G

Gradtagszahlen
Differenz zwischen der mittleren Raumtemperatur (derzeit 20 °C) und der mittleren Außentemperatur. Die einzelnen Gradtagszahlen werden durch Addition zu Gradtagszahlen eines Monats oder einer Heizperiode zusammengefasst. Sie sind ein Maß für den Verbrauch an Heizenergie.

H

Heizöl
Heizöl aus Rohöl wird in zwei Sorten unterteilt: leichtes Heizöl (Heizöl EL) und schweres Heizöl (Heizöl S). Die Qualitätsanforderungen für Heizöl sind in der DIN 51603 niedergelegt.

Leichtes Heizöl, das wie Dieselkraftstoff zur Gruppe der (?) Mitteldestillate gehört, siedet zwischen 200 °C und 360 °C und kann ohne Vorwärmung in Öfen, Zentralheizungen und industriellen Feuerungsanlagen verbrannt werden. Vom Verbrauch an leichtem Heizöl entfallen derzeit 60 % auf die privaten Haushalte, 30 % auf das Gewerbe und 8 % auf die Industrie (einschließlich nicht energetischer Verbrauch). Der Rest (2 %) dient zur Strom-, Fernwärme- und Gaserzeugung.

Schweres Heizöl muss dagegen für Transport und Verbrennung vorgewärmt werden. Vom Verbrauch an schwerem Heizöl entfallen rund 83 % auf die Industrie (einschließlich nicht energetische Verwendung und industrielle Kraftwerke), 9 % auf die Stromerzeugung in öffentlichen Elektrizitätswerken sowie 7 % auf die Fernwärmeerzeugung. Der Rest (1 %) ist insbesondere dem Bereich der gewerblichen Kleinverbraucher (z. B. Gärtnereien) zuzurechnen.

Im Rahmen der Umweltschutzbestimmungen der EU ist auch die Richtlinie zur Begrenzung des Schwefelgehaltes erlassen worden. Danach darf schweres Heizöl ab 2003 nur noch mit Schwefelgehalten unter 1 % verwendet werden, leichtes Heizöl wird ab 2008 auf Schwefelgehalte von 0,1 % begrenzt.

Hydrofiner
Das Hydrofiningverfahren wird im Allgemeinen zur Entschwefelung von Mitteldestillaten benutzt. Der Name bezieht sich auf die Verfeinerung bzw. Endbehandlung eines Produktes mit Wasserstoff (lateinisch: Hydrogenium) in Gegenwart eines Katalysators.

Die katalytische Entschwefelung mit Wasserstoff ist der Mineralölindustrie erst wirtschaftlich möglich geworden, nachdem ihr durch das katalytische Reformieren (➪ Raffinerieverfahren) Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Hydrotreating
Hydrotreating bezeichnet eine bei der Herstellung von Mineralölprodukten angewandte katalytische Behandlung mit Wasserstoff. Bei diesem Verfahren, das auch besonders bei der Schmierstoffherstellung eingesetzt wird, werden Schwefel und Verunreinigungen entfernt, wodurch bei Schmierölen die Langzeitstabilität verbessert wird.

K

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
KWK bezeichnet die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme in einer Anlage. Die Wärme wird entweder zu Heizzwecken (Fernwärme) oder in Produktionsprozessen (Prozesswärme) genutzt.

L

LNG (Liquefied Natural Gas)
LNG ist die Abkürzung für verflüssigtes Erdgas. Da der Erdgastransport von weit entfernten Lagerstätten durch Pipelines schwierig oder unwirtschaftlich sein kann, verflüssigt man das Erdgas durch Abkühlung auf ca. minus 162 °C und verkleinert dadurch das Volumen gegenüber dem gasförmigen Zustand auf den 600sten Teil. Dieses LNG wird in Flüssig-Erdgas-Schiffen zu den Verbraucherländern transportiert, um dort wieder verdampft zu werden.

LPG (Liquefied Petroleum Gas)
LPG ist der englische Ausdruck für Flüssiggas.

M

Mineralöl
Als Mineralöl werden aus Erdöl (Rohöl) hergestellte Energieträger (Kraftstoffe, Brennstoffe) oder Schmierstoffe (Öle und Fette) bezeichnet. Die Bezeichnung „Mineral Oil“ in englischsprachigen Texten bezeichnet eine besonders sorgfältig ausraffinierte Schmierölfraktion (Weißöl), allerdings verwendet das Übersetzungsbüro der Europäischen Kommission „Mineral Oil“ auch für „Mineralöl“.

O

Oktanzahl
Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Je nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 5 1 756 ( DIN-Normen für Mineralöl) festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 (Ottokraftstoff) für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.

P

Pipeline
Rund 80 % aller in deutschen (->) Raffinerien eingesetzten Rohölmengen werden durch Rohölfernleitungen transportiert. Daneben dienen Fernleitungen auch dem Transport von Halbfertig- und Fertigprodukten zwischen den Raffineriezentren. Das Rohölfernleitungsnetz in Deutschland hat eine Gesamtlänge von über 2000 km.

Für Deutschland wichtige Pipelines:
Rohöl- und Produktenleitungen Relationen

Norddeutsche Ölleitung (NDO) Wilhelmshaven – Hamburg
Nord-West-Ölleitung (NWO) Wilhelmshaven – Gelsenkirchen – Wesseling/Köln
Rohrleitung Rostock-Böhlen (RRB)* Rostock – Böhlen
Rotterdam-Rijn-Pijpleiding (RRP)* [Rotterdam, Venlo/NL] – Wesel – Wesseling/Köln
Rhein-Main-Rohrleitung (RMR)* [Rotterdam/NL] – Ludwigshafen
Société du Pipeline Sud-Européen (SPSE) [Fos/Sur-Mer/F] – Jockgrim – Karlsruhe
Deutsche Transalpine-Ölleitung (TAL) [Triest/I] – Ingolstadt – Karlsruhe
Mineralölverbundleitung (MVL) [Adamowo/GUS – Plock/PL] – Schwedt - Rostock (- Spergau)

* Produktenleitung

R

Raffenerieverfahren
Ausgangsverfahren der Mineralölverarbeitung ist die Destillation. Dabei werden die Kohlenwasserstoffverbindungen des Rohöls in Abhängigkeit von ihrem Siedeverhalten in so genannten Destillationstürmen in einzelne Schnitte oder Fraktionen aufgetrennt. So erhält man von unten nach oben in den einzelnen Stockwerken der Türme einen schweren Rückstand, die Mitteldestillate (Gasöle), Benzine und Gase. Die einzelnen Fraktionen entsprechen noch nicht den Anforderungen, die der Markt an die Produkte stellt. Sie müssen daher noch weiter veredelt werden.

Dies geschieht mit Hilfe von Umwandlungsverfahren, bei denen die Destillationsprodukte unter hohem Druck, bei hohen Temperaturen, unter Verwendung von Wasserstoff und in Gegenwart von Katalysatoren physikalisch und chemisch verändert werden. In Reformieranlagen werden z. B. Benzine zu hochoktanigen Ottokraftstoffen veredelt.

An die Herstellungsverfahren schließen sich Raffinationsverfahren an, um den Mineralölen unerwünschte Bestandteile wie z. B. Schwefel zu entziehen. Solche Reinigungsverfahren dienen damit in hohem Maße dem Umweltschutz. Zu den wichtigsten modernen Raffinationsanlagen gehört der Hydrofiner ( Hydrotreating), in dem die Produkte durch Wasserstoffzugabe von unerwünschten Bestandteilen ( Schwefel) befreit werden. Weitere Raffinerieverfahren siehe Konversionsanlagen, Cracken; Herstellung der Fertigprodukte siehe Komponenten.

S

Substitution
Hierunter wird in der Energiewirtschaft der Ersatz eines Energieträgers durch einen anderen verstanden (direkte Substitution). Sie führt also zu einer Veränderung der Struktur der verwendeten Energieträger, z. B. Ersatz von schwerem Heizöl zur Stromerzeugung durch Kohle.

Die Möglichkeiten zur Substitution werden im Wesentlichen durch folgende Faktoren beeinflusst:

* Die Angebots- und Nachfrage-Relation zwischen konkurrierenden Energieträgern;
* die Kosten- und Preis-Relation zwischen konkurrierenden Energieträgern;
* die technisch-wirtschaftlichen Substitutionsmöglichkeiten der einzelnen Energieträger untereinander;
* Eingriffe der Politik in den Energiemarkt (Energieprogramm der Bundesregierung, Umweltschutzvorschriften, Verstromungsgesetze).

V

Viskosität

Zähflüssigkeit, wichtiges Charakteristikum für Mineralölprodukte. Benzin und Petroleum haben niedrige, Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl mittlere und Schmieröle hohe Viskosität in verschiedenen Abstufungen. Die Angabe erfolgt in mm2/s (Quadratmillimeter pro Sekunde), früher in cSt (Zentistoke).

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